Bewegung und Freiraum im Miteinander

Kindergardening auf Patchwork-Beeten ermöglicht spielerisches Lernen mit der Natur

Gemeinschaftlicher und barrierefreier Innenhof im Neckarbogen soll der Verbindung zwischen den Menschen dienen

Die Anlage im Baufeld I des künftigen Stadtquartiers Neckarbogen ist bunt durchmischt. Neben Häusern mit Wohnungen im gehobenen Stil gibt es ein Boardinghaus für das Wohnen auf Zeit, Häuser für Wohngruppen für Inklusionsmodelle, ein Haus einer privaten Baugemeinschaft, Häuser mit Mietobjekten und ein Wohnhaus mit Mikrowohnungen für Senioren, in denen Bad und Schlafzimmer jeweils privat und die übrigen Räume als Gemeinschaftsräume angelegt sind.

Der gemeinschaftliche Innenhof soll eine Verbindung zwischen den Menschen ermöglichen, die in der Anlage wohnen. Die Abgrenzung zwischen privat und öffentlich erfolgt über Treppen oder niedrige Hecken. „Zäune sind nicht vorgesehen“, erläuterte Dieter Pfrommer vom ausführenden Landschaftsarchitekturbüro Pfrommer und Roeder in Stuttgart bei der Vorstellung des Werkberichts zur Innenhofgestaltung am 21. Juni auf der Inselspitze in Heilbronn.

Wie Pfrommer ausführt, ist der Innenhof für die 7 Gebäude des Baufeldes in drei Bereiche gegliedert. Während die Gebäude I2 bis I5 in deren Erdgeschossen gewerbliche bzw. gastronomische Nutzungen erhalten sollen oder Behindertenwerkstätten geplant sind ist ihnen jeweils ein Hofbereich zugeordnet. Für die 3 weiteren Gebäude I1, I6 und I7, die im Erdgeschoss mit Wohnnutzungen geplant sind schließen private Terrassen und Gartenanteile an. Knapp 380 Quadratmeter des Innenhofbereichs werden als Gemeinschaftsspielplatz konzipiert. „Diese Vorgabe resultiert aus der Anzahl der Wohnungen in den sieben Gebäuden des Baufeldes“, sagte Pfrommer.

Die Unterbauung des Innenhofs mit einer Tiefgarage setzt bauliche Bedingungen, die bei der Gestaltung einzubinden sind. So nimmt beispielsweise ein Pflanzbeet die Deckenerhöhung über der Abfahrtsrampe zur Tiefgarage auf. Bauliche Erfordernisse der Entlüftung der Tiefgarage werden als gestalterische Elemente des Mobiliars verstanden.

Da Bäume zum Wurzeln eine Erdschicht von mindestens einem Meter Höhe benötigen, wird sind die entsprechenden Stellen auf der Tiefgarage entsprechend aufgeschüttet. So können drei schattenspendende Apfelbäume gepflanzt werden. Diese werden auch als Zeichen für ein Kindergardening Projekt genutzt, das in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lichtenstern geplant ist. Auf der Gemeinschaftsfläche des Innenhofs bekommen Kinder bis etwa 9 Jahren aus dem Stadtquartier ein Gärtchen angeboten, in dem nach Lust und Laune gesät und gepflanzt werden kann. Kinder der jeweiligen Generation können unter fachlicher Anleitung Beete selbst anlegen und pflegen. Kooperationspartner hierbei ist die Stiftung Lichtenstern, die in diesem Baufeld mit zwei Gebäuden eingebunden ist und den jungen Gärtnern fachkundige Hilfe leisten wird. Neben dem gärtnerischen Bereich sind auch Spielmöglichkeiten wie eine Spielinsel, Sitz- und Spiel-Boards eingeplant.

Der Gemeinschaftshofbereich kann generell von allen Bewohnern genutzt werden. Alle drei Eingänge zur inneren Mitte sind barrierefrei angelegt und damit für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator problemlos zu erreichen. „Bewohner in den oberen Wohnungen, die nicht mehr so gut mobil sind, nutzen die Außenanlagen möglicherweise nicht selbst, aber umso wichtiger ist dann, dass das Auge spazieren gehen kann“, sagte Pfrommer.

Die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 präsentiert mit der Kombination aus Garten- und Stadtausstellung ein neues Format. Die 23 Gebäude des künftigen Stadtquartiers Neckarbogen werden bereits während der BUGA Heilbronn 2019 bewohnt sein.

Der nächste Werkbericht mit dem Thema „Licht- und Schattenspiele in der Innenhofgestaltung“ von Dupper (Bad Friedrichshall) und Latz und Partner (Kranzberg) findet am 10. Juli ab 18:30 Uhr in der Inselspitze statt.

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